Die Achtelfinale der EURO 2024 sind beendet

03/07/2024 13:25:07
Achtelfinale Rückblick Achtelfinale Rückblick

Die Achtelfinale bei der EURO 2024 haben wenig bis gar keine Überraschungen im Ergebnis gebracht. Dabei war es ein paar Mal richtig eng für den Favoriten. Weder England noch Frankreich konnten ihren Vorschusslorbeeren gerecht werden. Auch Portugal brauchte das Elfmeterschießen, um die weit schwächer eingeschätzten Slowenen zu besiegen. Überzeugende Vorstellungen boten lediglich die Schweizer, Spanier und die Deutschen. Wobei die Schweizer auf dem Papier der Außenseiter waren, jedoch gaben die bisherigen Spiele der Italiener wenig Anlass zur Hoffnung auf ein Weiterkommen.

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🇨🇭 Schweiz 2:0 Italien 🇮🇹

Es war die leider erwartete schwache Leistung der Italiener, die nichts aus der Vorrunde gelernt hatten. Die Statistik der ersten Halbzeit zeigt 65% Ballbesitz und 10:0 Torschüsse für die Schweiz. Wir reden hier nicht von einem EM-Neuling, sondern vom Titelverteidiger und vierfachen Weltmeister Italien!

Die Mannschaft, die einst für feinen Fußball und konsequentes Verteidigen stand, ist nur noch ein Haufen kopfloser Hühner. Der Neuaufbau, den sich die Italiener auf die Fahnen geschrieben haben, wird noch einiges an Kopfzerbrechen bereiten. In dieser Form muss man Angst haben, dass die Squadra Azzurra zum dritten Mal in Folge die Qualifikation zur Weltmeisterschaft verpassen könnte. Die Schweizer spielen nun gegen England im Viertelfinale und sind meines Erachtens dort klarer Favorit.

🇩🇪 Deutschland 2:0 Dänemark 🇩🇰

Ein souveräner Favoritensieg, der aber nicht nur nach schwerer Arbeit aussah. Das hätte auch ins Auge gehen können, wenn der Fußballgott es nicht so gut gemeint hätte mit den Deutschen. Sie waren über 90 Minuten die klar bessere Mannschaft, jedoch hatten die Dänen sehr viel Pech im Detail. Ein Abseitstor, bei dem der Angreifer weniger als 5cm im Abseits stand und 2 Minuten später ein Handspiel, das nur durch den elektronischen Chip im Ball wirklich wahrgenommen werden konnte. Die Regeln sind eindeutig und so kann sich niemand wirklich beschweren. Auch das vermeintliche deutsche 1:0 durch Nils Schlotterbeck wurde wegen eines Blocks an anderer Stelle im Sechzehner abgepfiffen.

Nicht nur das Unwetter und die daraus resultierende Unterbrechung machen das Spiel zu einem Evergreen. Es war der Kampf und der Wille der Deutschen, dieses Spiel unbedingt zu gewinnen. Nach Musialas 2:0 nach feinem Pass von Schlotterbeck war die Messe gelesen, dennoch gaben die Dänen niemals auf. Sie können erhobenen Hauptes nach Hause fahren. Die Deutschen waren einfach eine Nummer zu groß an diesem Abend.

 

 

🇩🇰 England 2:1 Slowakei 🇸🇰

Die englische Mannschaft erinnert an einen schlechten Film mit sehr guten Schauspielern. Die Leute verlassen vorzeitig das Kino, aber die Stars erwarten dennoch, für den Oscar nominiert zu werden. Die Vorstellung der Three Lions beleidigt das Auge und die Fußballseele. Wenn man einen Vergleich heranziehen will, so wäre die Darbietung gegen Slowenien vergleichbar mit einem 100-Meter-Rennen von Usain Bolt, bei dem er mit einer Eisenkugel am Bein läuft und sich freut, am Ende doch noch gegen den Grundschüler gewonnen zu haben.

Wer 30 Sekunden vor Ende der Partie den Ausgleich erzielt und die Verlängerung sichert, der darf sich danach nicht hinstellen und behaupten, er hätte alles richtig gemacht. Nochmal zur Verdeutlichung. Der Gegner hieß Slowenien, nicht Brasilien. Jetzt werden die Männer von Gareth Southgate gegen die Schweizer ihre Abiturprüfung ablegen müssen. Wenn die Stars der Premier League das gleiche Drama abliefern wie im Achtelfinale, können ihre Ehefrauen schon zu Halbzeit langsam die Koffer im Hotel packen.

🇪🇸 Spanien 4:1 Georgien 🇬🇪

Eine absolut souveräne Vorstellung der Spanier, die nach einem Eigentor in der 17. Minute in Rückstand geraten waren. Weil er es absolut verdient hat, möchte ich den besten Spieler der Georgier, Giorgi Mamardashvili herausheben. Der Torwart der Georgier ist ein ganz Großer seiner Zunft. Ohne ihn hätten die Männer aus dem Kaukasus ein Debakel erlebt. Dennoch wehrten sie sich tapfer und auch sie können stolz in ihre Heimat zurückkehren.

Das Erreichen des Achtelfinales bei der ersten Teilnahme an einer EM ist aller Ehren wert.

Die Spanier waren wieder einmal Zauberer am Ball und die Talente wie Williams und Yamal die da heranwachsen, lassen großes erahnen für die Zukunft. Alles in allem eine Pflichtaufgabe für die Iberer, aber sehr schön vorgetragen. Jetzt geht es im Viertelfinale gegen die Deutschen, wo deutlich mehr Widerstand zu erwarten sein wird.

 

Viertelfinale Viertelfinale

 

🇫🇷 Frankreich 1:0 Belgien 🇧🇪

Hier erleben wir Geschichte hautnah. Frankreich steht nach dem 1:0 gegen Belgien im Viertelfinale der EURO 2024 und sie haben bisher nicht ein einziges Tor aus dem Spiel heraus geschossen. Drei Treffer stehen nach 4 Spielen zu Buche, von denen 2 Eigentore des Gegners waren. Lediglich ein Elfmetertor durch Mbappé beim 1:1 gegen Polen haben die Franzosen selbst erzielt. Minimalismus an der Schmerzgrenze. Von den großen Stars ist weiterhin wenig zu sehen.

Dass die Belgier verloren haben, geht allein auf ihre eigene Kappe. Dieses Frankreich war zu schlagen gewesen. Auch die Belgier haben sich im Turnierverlauf nicht gerade mit Ruhm bekleckert, aber wer so eine Chance liegen lässt, der hat es so verdient. Jetzt spielen die Franzosen im Viertelfinale gegen Portugal. Not gegen Elend oder egal, wer gewinnt, im Halbfinale ist Schluss.

🇵🇹 Portugal 3:0 n.E Slowenien 🇸🇮

Man sagt, es gäbe keinen kleinen Gegner mehr. Vielleicht sind die großen Mannschaften aber auch nur zu einfallslos, ein Abwehrbollwerk zu durchbrechen. Wenn eine Mannschaft, gespickt mit Weltstars, es nicht schafft, gegen das kleine Slowenien ein Tor zu schießen, dann ist das schlicht und ergreifend zu wenig. Im Elfmeterschießen haben sich die Slowenen dann in die Hose gemacht, was wohl wirklich an der Erfahrung liegt. Zu Hause werden sie mit Jubel empfangen werden und die Portugiesen müssen richtig tief durchatmen. Das war mal wieder gar nichts. Wenn es gegen Frankreich genauso läuft, bekommen wir wenigstens nochmal ein Elfmeterschießen zu sehen, weil Tore schießen ist für beide Mannschaften im Moment eine schier unüberwindliche Aufgabe.

🇷🇴 Rumänien 0:3 Niederlande 🇳🇱

Ein standesgemäßes Ergebnis, das auch leistungsgerecht ist. Die Niederländer haben gezeigt, was sie können und die Rumänen, was sie nicht können. Auch wenn es bis in die Schlussphase gedauert hat, bevor die Holländer alles klargemacht haben, 23:5 Torschüsse und 65 % Ballbesitz sprechen für sich. Die Niederländer haben in jeder Phase das Spiel kontrolliert und immer wieder versucht zu treffen. Der hervorragende Torhüter der Rumänen machte aber einige gute Chancen zunichte.

Die Rumänen haben sich gut präsentiert bei dieser EURO 2024 und sie werden sich sicher noch weiter verbessern. Im Moment können sie ihre Qualitäten nicht 90 Minuten lang aufrechterhalten. Gegen Ende schwanden die Kräfte doch sehr und die Qualität in der Breite ist nicht so gegeben, als dass Einwechslungen nochmal einen Schub bringen könnten. Die Niederländer treffen nun auf die Türken und das verspricht ein aufregendes Spiel zu werden.

🇦🇹 Österreich 1:2 Türkei 🇹🇷

Der frühe Fehler in der ersten Minute des Spiels, als die Österreicher den Eckball nicht von der Linie bekamen, hat ihnen schon die Niederlage serviert. Schaut man sich die Spielstatistiken an, so wird deutlich, dass es ein Sturmlauf der Austrianer gegen stark verteidigende Türken war. 21:6 Torschüsse und 60% Ballbesitz erzählen hier die Geschichte dieses Spiels. Die Mannschaft von Ralf Rangnick hat alles in dieses Spiel gelegt. Man kann ihnen kämpferisch keinen Vorwurf machen. Jedoch waren sie kurz nach dem Anpfiff geistig noch nicht im Spiel angekommen. Der Anschlusstreffer durch Sabitzer läutete eine fulminante Schlussphase ein und Sekunden vor Ende der Partie zeigte der türkische Schlussmann Günök noch einmal eine Weltklasse-Parade gegen Baumgartner.

Die Türken waren ab der 80. Minute stehend K.o., aber die Österreicher bekamen den Ball einfach nicht über die Linie. Dennoch kann man ein positives Fazit ziehen und sich auch auf die anstehende Qualifikation für die Weltmeisterschaft freuen. Ralf Rangnick hat den Österreichern Leben eingehaucht und der Weg ist noch lange nicht zu Ende.